Freitag, März 15, 2013

Ein Freitag in zwei Welten

Die erste Tage dieser Woche habe ich fürs Tagebuchblogging aufgeschrieben, was ich den ganzen Tag so mache. Und weil die Tage im Leben mit einem Minibaby sich alle schrecklich ähneln (Nein eigentlich ist schrecklich das falsche Wort. Eigentlich fange ich an das zu genießen.) habe ich gestern mal einen Tag aus meiner Zeit als Doktorandin geschildert. Heute gibt es wieder einen Bericht aus Gau Funkloch, allerdings mit Bezug zur Doktorandenzeit. Damit die nämlich mal einen offiziellen Abschluss findet und ich dann auch irgendwann mal ein Zeugnis in den Händen halten kann gibt es noch ein paar kleine Hürden zu nehmen. Z.B. die Abgabe der dissertation bei der Uni-Bibliothek. Darum kümmere ich mich heute.

5:45 Die Nacht ist zu Ende, denn das Babyschaf ist wach. Weil es aber davor die ganze Nacht geschlafen hat (seit halb elf gestern Abend), fühle ich mich überraschend ausgeschlafen und wir stehen auf: stillen, wickeln, stillen, wickeln.

6:30 Ich decke den Frühstückstisch, koche Tee (PG Tips) und bereite einen Kaffe vor.
7:00 Mein Mann steht auf, ich gieße seinen Kaffee auf, wir frühstücken zusammen.
7:20 Das Kleinschaf schläft noch? Ich geh ihn wecken. Das Baby ist gerade glücklich ohne mich, also kann ich dem Kind heute beim Anziehen helfen. Das dauert, aber wir haben heute alle Zeit.
7:40 Frühstück für das Kind und mich, das Baby ist wieder eingeschlafen.
8:15 Kind und Papa verlassen das Haus. Ich suche dreckige Wäsche zusammen und belade die Waschmaschine.
8:30 Ich räume die Spülmaschine aus, da fährt das Auto wieder vor. Huch? Mein Mann füllt Öl nach, dann sind sie wieder weg.
8:40 Ich räume das Bad auf und fege einmal vom Obergeschoss bis in den Keller durch.
9:15 Ich habe gerade den Putzeimer in der Küche abgestellt, da meldet sich das Babyschaf. Wischen kann ich die Böden später auch noch.
Wir gehen an den Computer. Das Baby trinkt, ich blogge und gucke mir ein Vido an, in dem erklärt wird wie man seine Dissertation bei der Uni-Bib abgibt.
10:00 Ich schreibe verschiedene Mails (u.a. eine Anforderung einer Zugangskennung für den upload der pdf-Datei bei der Uni-Bib), plane Ostern und das nächste Wochenende und versuche das Dekanat anzurufen.
10:45 Das Baby ist inzwischen auf meinem Arm fest eingeschlafen. Schnell packe ich uns beide warm ein und gehe zur Post. Die hat seit diesem Jahr nämlich nur noch bis 11 offen. Aber immerhin haben wir eine.
11:00 Die Damen in der Postfiliale sind schon dabei die Tagesumsätze zusammenzurechnen (Handschriftlich, auf Karopapier - ich mag dieses Dorf) verkaufen mir aber trotzdem noch einen Bogen 45cent-Marken.
11:15 wieder zu Hause. länger wurde der Spazierfang nicht, den draußen ist es trotz Sonnenschein aus allen Knopflöchern immer noch schneidend kalt. Das Baby schläft noch, ich frühstücke ein drittes Mal.
11:30 Ich telefoniere mit dem Grafikbüro um 3 weitere Exemplare meiner Doktorarbeit in Auftrag zu geben. Außerdem versuche ich nochmal im Dekanat anzurufen.
12:00 Der Paketdienst klingelt. Um diese Uhrzeit ist es dhl. Der Fahrer ist ein leicht rundlicher gelangweilter Typ Ende Zwanzig, der ganz offensichtlich das Ende seiner Tour herbeisehnt. Der hat doch gestern auch schon so dreingeschaut denke ich. Kommt der jetzt immer? Wo ist der fröhliche kleine Grieche hin? Das Paket ist groß und schwer. Es kommt von meiner Schwägerin und enthält Babyklamotten. Vieles in Größe 56, gerade noch rechtzeitig...
12:15 Ich suche das richtige pdf meiner Diss raus, überarbeite meinen Lebenslauf und schicke beides ans Grafikbüro. Rückruf vom Dekanat, die beiden Exemplare meiner Diss, die ich bei der Prüfungsanmeldung abgeben musste darf ich mir wieder abholen.
12:30 Das Babyschaf wird wieder wach. Ich versuche meinen Doktorvater anzurufen, aber der ist im homeoffice, da probiere ich es lieber erst später nochmal, sonst störe ich wohlmöglich grad beim Essen. Statt dessen skype ich ein bisschen mit der Ex-Kollegin.
13:00 Bloggen und surfen, während das Baby auf meinem Arm schläft.

Der Nachmittag plätschert vor sich hin, der Abend verläuft wie immer, nur mit mehr Geschrei beim ins Bett gehen. Warum auch immer.
Danach ist auch das Baby unleidig. Wir setzen uns noch kurz vor den Kamin und gehen früh ins Bett.

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