Samstag, November 17, 2012

Richtigstellung

Ganz oft höre ich in letzter Zeit: "Ich weiß gar nicht, wie Du das alles schaffst: Vollzeit arbeiten, Doktorarbeit schreiben, ein kleines Kind, schwanger, der Haushalt, Strick- und andere Projekte, bloggen..."

Und ich bemühe mich dann immer als erstes richtig zu stellen: "Um den Haushalt und das Kind kümmert sich im Moment hauptsächlich mein Mann." (Und ich bin sehr dankbar dafür.)

Insgesamt läuft es so:
Ich lege Abends die Klamotten für das Kleinschaf raus, aber Morgens Anziehen, Frühstück machen, in den Kindergarten bringen, das mach der Papa. Ich bin dann oft sogar schon aus dem Haus. Zwischendrin räumt er die Spülmaschine aus und ein. Die Waschmaschine und den Trockner belade ich oft mitten in der Nacht, wenn ich mal wieder eh nicht schlafen kann. Bei der Wäsche läuft auch gerade mehr über den Trockner als sonst.

Was (uns) weniger wichtig ist bleibt gerade liegen. 
Schwanger bin ich, aber das Baby wächst auch von alleine. Es raubt mir nur sehr viel Nachtschlaf in letzter Zeit und den kann ich wegen der Arbeit nicht Tagsüber nachholen.
Stricken tu ich, weil ich dabei das Hirn mal abschalten kann und weil ich am Ende von einem langen Tag, den ich nur am Computer verbracht habe noch was machen muss, was ich auch anfassen kann. Und wenn es nur zwei neue Reihen an einem Socken sind. Am meisten stricke ich aber im Moment wohl in Wartezimmern. Bloggen ist wunderbar um das Hirn freizupusten. Darum auch gerade wieder so viel albernes Zeugs. Und um wenigstens eine Illusion von Kontakt zur Außenwelt zu schaffen. Das ist nämlich gerade das schwerste: dass so wenig Zeit für Freunde übrig ist. Aber auch das wird wieder besser werden.
Es ist ja nur eine Phase...


Kommentare:

geologenkinder hat gesagt…

Sei froh, das ist ne Art von Achtung.
Ich habe nen Halbtagsjob, die Promotion, nen Hiwi zum betreuen (eigentlich muß ich mich da betreuen), nen Haushalt, dazu ein Haus zum sanieren,die Redaktion der Kitazeitung, der Elternrat, ne pflegebedürftige Oma deren einzigster Ansprechpartner ich bin, 4 Kinder nur schwanger bin ich nicht und mich fragt niemand wie ich das schaffe. Im Gegenteil meine Schwiegermutter behaupt ich wäre stinkenfaul.
Und ja die sozialen Kontakte kommen bei denen Pensum zu kurz, zumindest kann ich mir das gut vorstellen. Deshalb stehe ich um 4 Uhr auf, arbeite bis 6 Uhr, damit ich mir es leisten kann 8 Uhr in der Cafeteria soziale Kontakte zu pflegen. :-)
Alles gute

Alke hat gesagt…

Ja, wie Du das alles schaffst weiß ich auch nicht, da habe ich auch allergrößten Respekt vor.

geologenkinder hat gesagt…

Ich wollte eigentlich nicht jammern, tut mir leid. Ich finde es immer wieder bemerkenswert das Leute bei einem Volltimejob ihre Promotion noch weiterschreiben und dann noch mit "Anhang" - find ich Klasse!Ich setzt mich abends hin und bekomme maximal Grafiken hin, mit schreiben ist da nixs mehr.