Dienstag, September 30, 2008

Enttäuscht

Schlechte Fortsetzungen kommen vor. Sicher auch bei Computerspielen. Aber eine solche Diskrepanz wie zwischen dem Adventure The Longest Journey, das mich sofort gefesselt und die folgenden drei Wochen nicht mehr losgelassen hatte und bei dem ich richtig traurig war, als es zu Ende war und seiner dann lang ersehnten Fortsetzung Dreamfall habe ich noch nie gesehen. Die Grafik ist toll, alles funktioniert, es hängt nie (die Ladezeiten schiebe ich mal auf meinen Laptop, der echt langsam geworden ist), es gibt interessante, sympathische und unsympathische Charaktere, großartige Landschaften und detailreiche Straßenzüge in den Städten. Aber: Dreamfall fesselt einen trotzdem nicht, es hält einen hin. Man hat gar keine Chance wirklich ins Spiel hinein zu kommen, weil man immer wieder gezwungen ist elend lange Videosequenzen anzusehen (Ich mag Videosequenzen, in Maßen) und währenddessen nur darauf wartet endlich selbst wieder spielen zu dürfen um das Geschehen doch noch rumzureißen und endlich die Pläne der Bösen zu durchkreuzen und diese wunderbare Welt (oder in diesem Fall die Welten, Stark und Arcadia) vor einer Katasrophe zu bewahren. Wenn man dann wieder spielen darf, besteht das nur darin eine der Figuren zum nächsten Ort zu steuern, vielleicht eine der wenigen und offensichtlichen Handlungen auszuführen (Lappen um Holz wickeln, in Öl tränken, Fackel anzünden), mit der nächsten Person zu reden und wieder eine Videosequenz über sich ergehen zu lassen. Bis zum Schluss immer in der Hoffnung doch noch irgendwann wirklich spielen und selbst handeln zu dürfen. Aber man bleibt Zuschauer und muss am Ende mit ansehen, dass alles, was man die vergangene Woche jeden Abend versucht hat zu verhindern, doch eintrifft und die Welt zu Grunde richten wird.
Das war nun also das Spiel, dem ich jahrelang entgegengefiebert habe.

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