Montag, Oktober 30, 2006

Guten Tag, ich möchte Ihr Auto kaufen.

Ich will mein Auto aber nicht verkaufen. Und selbst wenn, dann nicht Eldo, Elias oder Ahmad, die mir trotzdem unbeirrbar jedesmal wenn ich an der Uni parke einen neuen Zettel ans Fenster klemmen. Auf dem sie mir mitteilen, wie gerne sie mir mein Auto abkaufen würden. Für viel mehr als es Wert ist. Auch ohne TÜV. Weil sie mir damit auf den Keks gehen. Und wenn ich mein Auto mal nicht mehr verkauft kriegen sollte, weil es keinen TÜV mehr hat, weil es nicht mehr sicher ist. Dann wird es verschrottet. Weil sich auch in Afrika, wo die Autos wohl hauptsächlich hinentsorgt werden, sich niemand mit meinen TÜVlosen, unsicheren Auto um den Baum wickeln soll.
Abgesehen davon, dass wir mit beiden relativ neuen bzw. ganz neuen Autos gerade ganz glücklich sind, und auch der TÜV nicht droht.
Brauche ich jetzt wie für meinen Briefkasten auch noch einen Aufkleber am Auto? "Bitte keine Werbung anstecken."?
Abgesehen davon, dass es lästig ist, produziert diese Form der WErbung auch eine ganze Menge Müll. Ganz viele aufgeweichte, plattgefahrene Visitenkarten liegen dann auf dem Parkplatz herum und selbst die laminierten Exemplare halten Regen und Verkehr nicht ewig stand, weichen auf, zefallen und werden vom nächsten Auto als weiterer bunter Flicken in den Asphalt gepresst. Urks!

Kommentare:

knobitobi hat gesagt…

gut gebrüllt Löwe! ;)

die hängen das aber auch an wirklich (fast) jedes Auto ran... vielleicht sollte man einfach eines rhetorisch dran lassen, vielleicht schreckt das die Leute ab... aber sei froh, dass du dein auto zu machst... würdest du die Fenster offen lassen, dann würden sie es einfach reinwerfen ;)

Enno Rehling hat gesagt…

Mama hat die Zettel aufgesammelt und zur Stadtverwaltung gebracht. Die Erzeuger der Zettel sind naemlich fuer das Aufraeumen zustaendig, nicht etwa die Strassenreinigung.

Anonym hat gesagt…

Ich frage mich gerade, ob man den Typ auf Abnahme verklagen könnte, wenn man !bevor! er den Zettel dranklebt, ein Preisschild an seinem Auto befestigt hat und dies dokumentiert.

Da würde mein kleiner Lupo mal schnell für 30.000,- weggehen. Das wäre die Rache des kleinen Mannes :)
Boa ey, neue Geschäftsidee. Einen halben Parkplatz eines Verbrauchermarktes entsprechend präparieren und innerhalb einer halben Stunde reich werden.

Anonym hat gesagt…

Jeder, der sich gegen Scheibenwischerwerbung (Visitenkaten, Flyer, etc am eigenen PKW) wehren will, kann sich beim zuständigen Ordnungsamt informieren, wie die Regelungen vor Ort sind und in welcher Form gegebenenfalls eine Anzeige eingereicht werden kann.

Zumeist wird diese Werbeform als Sondernutzung der Straße angesehen -> siehe Urteil des OLG Düsseldorf vom 01.07.2010 (Az. IV-4 RBs 25/10). Dafür braucht man dann gemäß der entsprechenden Satzung der Stadt VOR dem Verteilen eine kostenpflichtige (!) Genehmigung. Viele Städte erteilen absichtlich nur selten diese Genehmigungen, da sie löblicherweise diese Werbeform ihren Bürgern und ihrer Stadtreinigung ersparen wollen. Wenn man trotzdem diese Werbung am PKW vorfindet (es muss nichtmal der eigene sein!), kann Anzeige beim Ordnungsamt erstatten.

In welcher Form das geschehen soll, ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Oft reicht eine Email mit Ort und Datum des Vorfalls sowie Beweisfotos von der Werbung am PKW und vom Kennzeichen des betroffenen PKW. Insgesamt also ca. 15 min. Arbeit, die den illegalen Werbetreibenden bis zu 200€ kosten können (im Wiederholungsfall auch mehr) und einem selbst das gute Gefühl geben, dass man sich zumindest ein bißchen gegen diese Plage wehren kann!