Mittwoch, September 27, 2006

Nächtliche Streifzüge durchs Unterbewusstsein

Nachdem ich mich mit meinem Chef durch die dschungelhaft zugewucherten Gewächshäuser des Institutes bis zur Bewässerungsanlage durchgeschlagen habe um diese zu reparieren, diskutieren wir, ob denn nun vier Pflanzen oder vier komplett begrünte Fensterbänke die maximal vertretbare Vegetation eines Büros sind.
Zurück an meinem übermäßig begrünten Arbeitsplatz treffe ich meine Vorgängerin und gemeinsam stülpen wir meinem Kollegen einen Eimer über den Kopf und übergießen ihn mit gelber Farbe. Dann überlege ich ihn über eBay zu versteigern.
Langsam dämmert mir, dass ich nicht wach bin und ich werde wach(er). Was sich als Fehler herausstellt. Ich muss ins Bad und habe gleichzeitig einen solchen Durst, dass mir alles im Mund zusammenklebt: Untere Zahnreihe an oberer, Zunge am Gaumen, Wangen am Zahnfleisch, Lippen auf den Zähnen und Lippen aneinander. Als hätt ich Pappe gelutscht.
Als erstes schlurfe ich in die Küche. Erster Schluck Wasser, zweiter Schluck, erstes Glas, zweites Glas. Endlich kein Pappmaché mehr im Mund.
Ach ja, da war noch was, auf ins Bad.
Auf dem Rückweg das dritte Glas Wasser. Neuer Wein ist einfach nicht meins (und es war nur ein Glas).
Über dem wirren Gedankengang mein anderer Kollege könnte vielleicht Knollenblätterpilze in den Wein gemischt haben, schlafe ich wieder ein.
Oder auch nicht. Ich liege wach und überlege, was ich sinnvolles tun kann. Ich muss einkaufen. Dringend. Mein Gecko braucht Babybrei, irgendwas süßes fruchtiges. Nein, es ist halb vier in der Nacht. Das Ladenschlussgesetz hindert mich daran jetzt einzukaufen. Und schützt vermutlich eine Verkäuferin davor sich jetzt in einem leeren Laden zu langweilen und wohlmöglich überfallen zu werden.
Ich beginne zu grübeln. Übers bloggen. Über ein neues Layout.
Nach einer halben Stunde stehe ich wieder auf. Die Idee ist da. Sie will raus.
Mit einem Malzbier setze ich mich an den Schreibtisch. Das sättigt. Mein Magen knurrt und ich hab keinen Appetit auf Joghurt (habe ich erwähnt, dass ich einkaufen muss?). Ich schreibe voranstehendes auf. Dabei denke ich an die Comicserie mit den Ottifanten und den "Meine-Sekretärin-hat-zu-viele-Zimmerpflanzen-Traum". Dabei hat bei uns niemand viele Zimmerpflanzen. Ich habe drei und einen Ableger. Das sind schon die meisten. Und Gewächshäuser haben wir übrigens auch keine, aber ich wollte diese Woche tatsächlich noch in die im Botanischen Garten. Vielleicht kommts daher.
Jedenfalls hab ich von halb vier bis halb sechs Wollknäule gezeichnet, bis ich zufrieden war und wieder ins Bett gehen konnte.

Kommentare:

Kirsten hat gesagt…

Das kenn ich gut. Nur, dass ich nie aufsteh, sondern mich doof rumwälze und nachher völlig gerädert bin. Demnächst steh ich auch mal auf. ;-) Geht das nur mit Malzbier, oder kann man da auch was anderes trinken? :-)

Alke hat gesagt…

Das geht sicher auch mit Astra. Ob es aber erstrebenswert ist sich früh Morgens mit Alkohol an den Schreibtisch zu setzen ist eine andere Frage.
Im Winter geht es aber bestimmt gut mit heißem Kakao.